Am 02. März wird die "HERZ-SCHLAG - Wanderausstellung zum Thema Häusliche Gewalt" im Großen Börsensaal im Lübecker Rathaus eröffnet. Sie ist am Eröffnungstag ab 13 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die HERZ-SCHLAG - Ausstellung hat bereits verschiedene Preise erhalten und wurde von Frauenhaus Norderstadt zusammen mit Bewohnerinnen entwickelt. Auf dem Hintergrund sehr persönlicher, authentischer Aussagen entstanden Kunstwerke und Installationen, welche die Zusammenhänge und Mechanismen von häuslicher Gewalt verständlich machen. Texte und Schaubilder geben ergänzende Informationen.
Die Ausstellung möchte Informationen zur Problematik der Häuslichen Gewalt vermitteln und die Öffentlichkeit stärker für die in der Familie stattfindende Gewalt sensibilisieren. Sie zeigt auf, welche Wege aus der Gewalt es für Frauen gibt und wie Schutz und Hilfe aussehen kann. Sie soll Mut zur Veränderung machen und Menschen zum Hinsehen und Handeln anregen. Material zu allen Lübecker Hilfs- und Schutzeinrichtungen liegen aus.
Der Eintritt ist frei.
Gruppenführungen finden vormittags und nach Terminabsprache statt.
Führung in russischer Sprache: Dienstag, 06. März, 10 Uhr, begleitet durch Frau Svetlana Katritsch
Führung in englischer Sprache: Dienstag, 06. März, 15 Uhr, begleitet durch Frau Hotzel
Führung in polnischer Sprache: Montag, 12. März, 09 Uhr, begleitet durch Frau Anna Lukasik
Führung in türkischer Sprache: Donnerstag, 15. März, 15 Uhr, begleitet durch Frau Jale Isözen

Die Broschüre beschreibt mit einfühlsamen Worten, welche Folgen Gewalttaten für die Seele haben können. Körperliche Verletzungen heilen, jedoch bleiben oftmals seelische Wunden, die Pflege und Zeit brauchen und manchmal eine Behandlung, um zu verheilen. Die Broschüre erklärt unterschiedliche Traumareaktionen, informiert über Möglichkeiten der Entlastung und möchte Frauen Mut machen, Hilfe auf dem Weg zur Heilung anzunehmen.
In Lübeck können Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die sexuelle Gewalt, körperliche oder psychische Gewalt erfahren haben, stabilisierende Traumaberatung beim Frauennotruf in Anspruch nehmen. Persönliche Gespräche sind kurzfrisitg möglich, kostenfrei und werden von qualifizierten Traumaberaterinnen durchgeführt.
Die Broschüre kann zu den Öffnungszeiten: Mo 9-13 Uhr, Di, Do 16-18 Uhr kostenlos beim Frauennotruf, Musterbahn 3 abgeholt werden.
07. September 2010
Frauennotruf Lübeck protestiert: Die Kieler Sparwut trifft vergewaltigte Frauen und Mädchen in Lübeck! Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs kritisieren die Pläne des Landes, die Förderung der Beratungsstelle ab 2012 um 30% zu kürzen. Dies geht zu Lasten von Mädchen und Frauen, die durch sexuelle Gewalt traumatisiert wurden. So geht es nicht!
In der gesamten Bundesrepublik wird an Runden Tischen, in Funk und Fernsehen diskutiert, dass die Opfer von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch mehr professionelle Hilfe erhalten sollen. Die Menschen sind voller Mitgefühl und Anteilnahme und empört über vorhandene Missstände. Fortbildungen und Präventionsarbeit werden gefordert! Allenthalben wird die Notwendigkeit von ausreichenden Beratungsangeboten bekundet. Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung fordert mehr Unterstützung und Opferschutz.
Die Zahlen der Anfragen im Frauennotruf steigt stetig und das Land Schleswig-Holstein will genau jetzt die Förderung der Beratungsstelle in Lübeck kürzen. Eine Haushaltskonsolidierung, die auf Kosten betroffener Frauen und Mädchen geht, rechnet sich langfristig nicht. Jede zeitnahe ambulante Krisenintervention verhindert Folgekosten im Jugend-, Sozial- und Gesundheitswesen.
Als Trauma- und Opferschutzberatungsstelle berät der Frauennotruf jährlich ca. 550 Menschen in 1800 Kriseninterventionen, Gesprächen und Begleitungen. Darunter sind Frauen und Mädchen, die vergewaltigt wurden, sexuellen Missbrauch erleiden mussten oder in einer Gewaltbeziehung leben, aber auch Mütter, Väter, Lehrkräfte und andere Vertrauenspersonen.
Wir appellieren an alle Politikerinnen und Politiker, den Kürzungsvorschlägen der Landesregierung bei den Frauenfacheinrichtungen nicht zuzustimmen. Die Frauenberatungsstellen und Schutzhäuser in Lübeck müssen in vollem Umfang erhalten bleiben.